Gewaltfreie Kommunikation: Ein sinnvolles Konzept bei Mobbing in Heimen

von Thomas Meinhold (Kommentare: 2)

Partnerschaft statt Mobbing

Bei Streit stoßen nicht nur Pflegekräfte schnell an die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten. Den Betroffenen fehlen die Worte und ein Ansatz darauf zu reagieren. Sobald Konflikte eskalieren und Mobbinghandlungen im Spiel sind, sind Situationen festgefahren und scheinen aussichtslos – das ist für viele Menschen der Alltag. Training in Gewaltfreier Kommunikation stärkt die Kommunikation in Konflikt- und Mobbingsituationen. Denn nicht selten erfassen uns Wut-, Schuld- und Schamgefühle. Bei solchen Emotionen neigen wir zum Grübeln.

Mobbing im Heim

Depressionen, Ängste, Selbstmordgedanken - sind mögliche Folgen, die Mobbing-Betroffene erleiden. Mobbing ist oft ursächlich für seelische und psychosomatische Erkrankungen. Die Intensität dieser Symptome ist stärker, als bei anderen Stresssituationen. Denn bei Mobbing gerät der Betroffene in Isolation und verliert sein Selbstwertfühl. Dadurch sinkt die Leistungsfähigkeit und die Probleme übertragen sich in den privaten Bereich. Trotzdem wird Mobbing oft erst bemerkt, wenn es zu spät ist. Manchmal sogar erst nach einem Suizid.

Mobbing im Heim betrifft Klienten und Mitarbeiter

Fehlende Augenhöhe aufgrund hierarchischer Strukturen macht es oft schwer einfühlsam zu pflegen. Ein wichtiger Schritt besteht deshalb darin Bedürfnisse wahrzunehmen. Denn wer nicht weiß, was er braucht, tut sich schwer beim Erfüllen. Die Gewaltfreie Kommunikation ermöglicht das eigene Bedürfnis zu verfolgen, und gleichzeitig die des Gesprächspartners zu berücksichtigen. Eine wohlwollende Haltung ist dabei Voraussetzung. Diese hilft Verantwortung für das eigene Befinden und das anderer zu übernehmen.

Es sind allerdings auch gesellschaftliche Veränderungen notwendig. Denn betroffene Mitarbeiter und Klienten benötigen dringend mehr Unterstützung. Dies beschreibt Markus Dietl in seinem Buch „Mobbing im Heim: Gewaltfreie Lösungswege.“

Über das Buch

Vor allem in sozialen Berufen ist Mobbing am Arbeitsplatz weit verbreitet. Wie sich das ändern lässt, verrät Autor Markus Dietl im Buch „Mobbing im Heim“. (Health Care Management Magazin)

Das Risiko von Machtmissbrauch ist in unseren Heimen stets gegeben. Dagegen kann nur helfen, immer wieder in die Kommunikation einzutreten und sich und anderen die Gefahr bewusst zu machen. (BIVA: Bundesinteressenvertretung für Heimbewohner)

Eine geniale, ehrliche, unbequeme und schonungslose Analyse des alltäglichen Pflegewahnsinns. Eine Pflichtlektüre für „die“ Ausbildung, aber auch für ALLE in der Pflegebranche! Gut lesbar und übersichtlich!

Wichtig: Der Autor zeigt auf, dass „Mobbing“ aber keine „Naturkatastrophe“, sondern in der Regel „hausgemacht“ ist. Er benennt „die“ Verantwortlichen und zeigt Lösungen („Frühwarnsysteme“) auf. Es gibt keine Ausreden mehr. Selbstverständlich geht es auch anders! Werde das Buch offensiv weiterempfehlen!!! (Claus Fussek)

Über den Autor

Dr. Markus Dietl
Dr. Markus Dietl

Dr. Markus Dietl hat jahrelang in Heimen gearbeitet. Jetzt organisiert er Workshops und Seminare in Gewaltfreier Kommunikation und anderen wirksamen Methoden bei Mobbing.

Details


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Dr. Markus Dietl
Mobbing im Heim
Gewaltfreie Lösungswege
2015, XIII, 111 Seiten, 22 Abbildungen

Das Buch zeigt Lösungsansätze und bietet Werkzeuge, um mit schwierigen Situationen besser um zu gehen.

Empathie ist ein wirksames Gegenmittel. Empathie hilft dabei, die seelischen Verletzungen selbst wieder zu heilen. Empathie reicht allerdings nicht aus, solange die Bedürfnisse einzelner Personen und/oder Gruppen –wie Heimbewohner- gesellschaftlich nicht wahrgenommen und anerkannt werden. Hier ist die Gesellschaft und Politik gefragt.

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Kommentar von Sandra
26. Juni 2015

Mittlerweile sind solche Vorfälle in deutschen Pflegeheimen und Altersheimen keine Neuheit mehr. Wenn man ein bisschen recherchiert wird deutlich, dass immer mehr und mehr Deutsche sich doch für das Ausland entscheiden, wenn es um den Lebensabend geht. Das ist natürlich nicht gut für die deutsche Wirtschaft, dass unser Geld in andere Länder geht, aber ich würde mich auch nicht so behandeln lassen, und auch nur die Vermutung, dass es so sein könnte, zwingt mich zu der Suche nach Alternativen im Ausland.

Kommentar von Pflegedienst
8. Februar 2016

Ein sehr interesantes und leider auch aktuelles Thema. Sehr gut!